Im letzen Beitrag dieser Reihe haben wir über die jährliche Tötung von rund 40 Millionen männlichen Küken berichtet, die vergast oder geschreddert werden, da deren Aufzucht nicht rentabel wäre. In diesem Beitrag berichten wir über Maßnahmen der Rewe-Group gegen das Kükentöten.
Die Rewe-Group gilt als Vorreiter im Kampf gegen das Kükentöten. In einigen Rewe- und Penny-Märkten werden „Eier ohne Kükentötung“ angeboten. Diese Eier werden mithilfe des neuentwickelten SELEGGT-Verfahrens produziert. Die vom Bund geförderte Methode ermöglicht es, das Geschlecht des Kükens im Ei zu bestimmen, um die Geburt der „Eintagsküken“ zu vermeiden. Dabei wird mit einem Laser ein winziges Loch in die Schale vom Ei gebrannt. Aus dem Ei wird Flüssigkeit entnommen, um diese auf Geschlechtshormone testen zu können. Anschließend sollen nur die Eier ausgebrütet werden, aus denen Hennen schlüpfen. Die übrigen Eier werden zu Tierfutter verarbeitet.

Die Eier, die das SELEGGT-Verfahren durchlaufen haben, werden unter dem Namen „RespEGGt“, im Sechserpack angeboten. Der Preisunterschied zu Freilandeiern beträgt sechs Cent. Die Nachfrage ist sehr groß. Die Anzahl der belieferten Märkte ist von 230 auf mehr als 380 gestiegen. Wenn man jedoch bedenkt, dass es in Deutschland 5500 Rewe und Penny-Märkte gibt, erscheint die Zahl 380 immer noch zu klein. Bis Ende des Jahres plant die Rewe-Group daher, die „RespEGGt“-Eier in allen Rewe und Penny-Märkten zu verkaufen.
Das SELEGGT-Verfahren ist aber nicht gänzlich unumstritten. Das Schmerzempfinden der Embryonen kann wissenschaftlich nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Tierschützer üben daher Kritik an diesem Verfahren aus. Es mache keinen Unterschied, ob das Tier vor oder nach dem Schlupf getötet werde. Stattdessen fordern Tierschützer eine neue Technik, die deutlich schneller nach Brutbeginn Auskunft über das Geschlecht gibt. Auch andere Handelsketten konnten bislang keine marktreife Lösung finden.
Was haltet ihr vom SELEGGT-Verfahren und den „RespEGGt“-Eiern der Rewe-Group? Wärt ihr bereit, mehr Geld auszugeben, um „Eier ohne Kükentötung“ zu kaufen? Wir würden uns sehr über eure Meinungen freuen.
Im nächsten Blogbeitrag dieser Reihe thematisieren wir weitere Ansätze im Kampf gegen das Kükentöten.
Quelle: dpa
