Mehr als Honig: Das Leiden der jungen Bienen

Natur & Tier🌳

Wir kennen sie alle: unsere lieben, veganen Freunde die auf Fleisch, Fisch und Milchprodukte verzichten. Klar, okay. Aber was spricht denn gegen den leckeren, süßen Honig? Wir klären auf!

Bienen sind ebenso Nutztiere aus der Massentierhaltung wie Kühe, Schweine und Hühner. Da die Lebensmittelindustrie mit den tierischen Erzeugnissen möglichst viel Profit machen will, muss natürlich einer drunter leiden: und das ist in dem Fall die Biene. Die Bienen werden für unseren Wunsch nach Honig verletzt und ausgebeutet. Für die konventionelle Honiggewinnung ist es beispielsweise erlaubt, der Bienenkönigin die Flügel zu stutzen. Der Zweck dahinter ist, dass die Bienenkönigin mitsamt ihrem Schwarm an das „Zuhause“ gebunden ist. Dieses „Zuhause“ ist allerdings kein Bienenstock wie man es vermuten würde. In der Bienenhaltung leben die Bienenvölker unter unnatürlichen Umständen in Magazinen – kastenförmigen Holzhäusern, die ihr sicherlich schon mal gesehen habt. Diese Magazine wurden entwickelt um die Bienen mühelos von Ort zu Ort transportieren zu können.

Zurück zu unserer Bienenkönigin: sie lebt also mit gestutzten Flügeln in einem unnatürlichen Zuhause, erhält als Ersatznahrung meist billiges Zuckerwasser und wartet darauf künstlich befruchtet zu werden. In manchen Ländern wird sie sogar nach einer Saison getötet, um sie mit einer „produktiveren“ Königin zu ersetzen. Und das obwohl sie eine Lebenserwartung von sechs Jahren hätte.

Aber auch die Honigproduktion ist für die Biene ein sehr kraftraubender Prozess . Die Arbeiterbienen fliegen pro Tag etwa 40 Millionen Blüten an, um Pollen und Nektar aufzunehmen. Danach müssen sie dem Nektar das Wasser entziehen und ihm körpereigene Enzyme zufügen, um den Honig in Futter zu verwandeln – klingt anstrengend, ist es auch. Allerdings produziert die Biene den Honig in mühseliger Arbeit nicht zum Spaß, sondern als Ernährung für die kalten Wintermonate und zum Schutz vor möglichen Krankheiten. Das Einsammeln des Honigs durch den Imker ist für die Bienen ebenfalls mit viel Stress verbunden, dabei kann es oft passieren, dass einzelne Bienen zerquetscht, ihre Beine abgetrennt oder sie gar getötet werden.

Anmerkung: Es ist selbstverständlich die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen, Honig zu konsumieren. Uns würde brennend interessieren, wie ihr zu dem Thema steht. Esst ihr gerne Honig? Und wenn ja kauft ihr diesen vom Imker nebenan oder vom Supermarkt? Und habt ihr mal Honig-Alternativen probiert?

Btw: Seit kurzem ist der erste vegane-bio Honigersatz: der oHnig® auf dem Markt. Es ist tatsächlich der aller erste vegane Honigersatz. Bislang gab es nur Alternativen wie z.B. Agavensirup, Löwenzahnblütenhonig, Ahornsirup, Birnendicksaft, Kokosblütensirup etc. oHnig wird aus Rübenzucker und Apfelsaft sowie den verschiedenen Blüten hergestellt.

Wir hoffen, dass wir euch über das Tierwohl der fleißigen, kleinen Bestäuber aufklären konnten. Und wir sind natürlich wie immer sehr gespannt auf eure Meinung!

Quellen: https://honig-und-bienen.de/honig-biene-ausbeutung/ , https://vebu.de/tiere-umwelt/massentierhaltung-ausbeutung-von-tieren/bienen-bienensterben-industrielle-bienenhaltung/ , https://www.bienenjournal.de/aktuelles/meldungen/ohnig-veganer-bluetengeschmack/ , https://www.peta.de/honig

Die Bienen sterben massenhaft – aber warum eigentlich?

Natur & Tier🌳

Wie sehr wir Menschen von den Bienen abhängig sind ist eindeutig. Bienen sind nicht nur schöne Lebewesen, die uns mit Honig versorgen, sie haben auch eine sehr wichtige Aufgabe für unser Ökosystem. Sie sind nämlich in erheblichem Maße für den Erhalt und die Fortpflanzung der Pflanzenwelt verantwortlich. Die fleißigen Bienen bestäuben circa 80 Prozent der Wild- und Nutzpflanzen laut Deutschem Imkerbund, aber auch Schwebfliegen, Käfer und spezielle Schmetterlinge leisten ihren Beitrag. Schon im Kindergarten lernen wir, dass Blumen Bienen brauchen um sich fortzupflanzen und Bienen brauchen Blumen um Nahrung zu sammeln. Doch leider ist vielen Menschen die Bedeutung der Bienen für unsere Gesellschaft nicht bewusst, wir denken nur an den Honig den wir überall beliebig einkaufen können.

Wir fragen uns, was genau die sind die Ursachen für das massenhafte Bienensterben?

  • die Varroa-Milbe: Seit Jahrzehnten kämpfen Forscher erfolglos gegen die Varroa-Milbe. Sie ist einer der Hauptgründe für den weltweit schlechten Gesundheitszustand der Honigbienen. Der Parasit nährt sich am „Fettkörper“ der Biene, das ist ein Organ vergleichbar mit der Leber. Der Fettkörper speichert die Nahrung, stärkt das Immunsystem und sorgt für die Entgiftung des Organismus.
  • Der Klimawandel: Im Winter kriechen die Bienen tief in den Bienenstock und drängen sich dicht aneinander um Wärme zu erzeugen. Sogar Außentemperaturen von minus 60 Gras Celsius können sie durch diese Methodik überleben. Doch steigt die Außentemperatur löst sich diese „Wintertraube“ der Bienen auf. Der Biologe Daniel Michelberger von der Universität Würzburg stellte fest, dass sich das Fehlen von konstant kalter Winterperioden sehr negativ auf die Bienen auswirkt. Sie bauen die Wintertraube nämlich immer wieder auf und ab, was sehr großen Stress für die Bienen bedeutet und nicht selten zum „Totenfall“ führt. Der Klimawandel verschiebt zudem die Zeiten, an denen Nahrungspflanzen der Bienen blühen. Aber auch die Zeiten, in denen die Bienen ihre Winterruhe halten verschiebt sich zunehmend. Folglich findet die Biene keine Nahrung und kann sich nicht vermehren.
  • Glyphosat und Pestizide: Beim Einsatz von Pestiziden machen die Tiere weniger Sammelflüge, verlieren die Orientierung und brauchen länger für die Rückkehr zum Bienenstock. Es genügen schon kleine Mengen an Pestiziden um sich auf das Nervensystem auszuwirken. Was besonders interessant ist, ist dass Bienen die belasteten Pflanzen nicht meiden, sondern sogar bevorzugt ansteuern – quasi eine Wirkung wie Nikotin auf den Menschen hat. Dies fanden Forschen aus Großbritannien und Irland heraus. Der Herbizidwirkstoff Glyphosat ist ebenfalls eine Gefahr für die Bienen. Wissenschaftler der Universität von Texas fanden heraus: der Stoff Glyphosat ändert die Darmflora und macht die Tiere anfälliger für Infektionen.
  • Monotone Agrarlandschaften: In unserem Landbau gibt es kaum noch Raum für wild wachsende Pflanzen. In den monotonen Agrarlandschaften ohne Kräuter, Hecken und Blühpflanzen finden die Bienen keine Nahrung. Auch durch häufiges Mähen von Wiesen fehlt ein kontinuierliches Blütenangebot für Insekten und daraus resultiert ein Mangel an Nistplätzen. Gerade im konventionellen Getreideanbau blüht überhaupt nichts.

Wir wollen von euch wissen: Was ist eure Meinung über Bienen und das Bienensterben generell? Findet ihr Bienen sind schützenswerte Wesen, die man mit Respekt behandeln sollte oder stören euch die fliegenden Summer beim Eis essen? Kommentiert gerne mal!